Freitag, 13. Januar 2017

Metallica - Hardwired... To Self-Destruct (2016)




Hey, meine erste Review hier!

Metallica sollten inzwischen nach 35 Jahren Bandbestehen so ziemlich jedem ein Name sein, ob er nun Metal hört oder nicht. Acht Jahre mussten die Fans auf einen Nachfolger von Death Magnetic warten, und nun liegt mit Hardwired... To Self-Destruct nun Album Nummer 10 auf meinem Tisch.

12 Tracks hat das Album, die gleichmäßig auf 2 CDs verteilt wurden, außerdem ist eine 14 Tracks starke Bonus-CD dabei. Natürlich hat man bei einer Band in dieser Größe das Meiste davon schonmal gehört, da 8 Jahre eine Menge Zeit sind, aber neben den obligatorischen Live-Nummern und ein paar Tributen an andere Größen der Szene mit Lords of Summer auch ein (fast) komplett neuer Song dabei, auf den ich gern zuerst eingehen würde.

Kurz und knapp: Der Song ist grandios!
Die vier selbsternannten apokalyptischen Reiter sind zurück und zeigen jedem, dass der Winter vorbei ist. Eine laute Comeback-Nummer die einfach klingt als wäre sie aus der Zeit von ...and Justice for All.
Hätte natürlich so nicht aufs Album gepasst, ich persönlich hätte es aber gern als Nulltrack gehabt, vor dem ersten Song.

Wie auch immer, legen wir mit dem richtigen Album los.
Was zunächst auffällt ist die komplette Aufmachung des Ganzen. Ich habe keine verdammte Ahnung welcher Spinner auf das Artwork kam. Im Großen und Ganzen sieht es aus wie E.I.N.S. von den Onkelz, nur eben bunter - und böööse, mit Monstern.
Gut aussehen tut es trotzdem in seinem gut verarbeiteten Digipack mit Gatefold.

Generell sollte man nicht zu sehr darüber nachdenken was am ganzen Setup der Platte sinnvoll ist oder nicht, denn den vier Kaliforniern geht es hier besonders um eins: Die Ästhetik.

Natürlich hätte das Album problemlos auf eine CD gepasst, aber das ist schon okay so. Hier haben wir nämlich keine weitere idiotische Scheibe auf der die Band versucht mit irgendeinem Trend zu gehen und dabei einfach alles zu versauen, nein. Wir haben hier ein altes Metallica-Album. Daher wollen sie auch dem Hörer das Gefühl der guten alten Zeiten geben, in denen man nach Hälfte der Spielzeit die Scheibe wechseln musste, und machen damit alles richtig. Auf der anderen Seite kann man in der heutigen Musikwelt recht schnell mal vergessen dass so eine silberne Scheibe ganze 80 Minuten Musik fasst.

Bis auf den Titeltrack bewegen sich die Songs alle im Bereich der 6-7 Minuten. Dadurch funktioniert Hardwired mit seinen drei Minuten Spielzeit recht gut als Intro. Preschende Drums, laute Gitarren, James Hetfield brüllt ins Mikro:

We're so fucked, shit out of luck! Hardwired to self-destruct.

Man hört sofort, dass die Band endlich verstanden hat, was sie wollen.
Keine Ausflüge in den Nu-Metal mit schrecklicher Abmischung, keine Akustikballaden, kein Outing als nonbinäres Möbelstück. Einfach Metal, über den Zerfall der Gesellschaft, Erwecken finsterer Kreaturen, Dunkelheit, und natürlich Metal selbst!

Metallica tun hier das, was sie seit Jahren nicht mehr getan haben. Fresse auf, Thrash Metal.
Nun bin ich ja normalerweise kein Fan von Thrash, und schon garnicht davon ein 5 Sekunden langes Riff auf 7 Minuten gestreckt zu haben, aber das haben diese Mä- nner auch garnicht nötig. Nicht ein Song wirkt in die Länge gezogen - die Jungs haben einfach so viel zu erzählen.
So erinnert das Booklet wirklich teils an die Texte aus dem Rap-Bereich, da die Songs durchschnittlich einfach so lang sind wie zwei der Songs die heutzutage im Radio laufen würden. Und das brauchen die Songs auch.

So viel Potential, so viel zu sagen, und ein dermaßen vielseitiges Songwriting hat heutzutage nicht jede Band, schon garnicht im Metal-Bereich und dessen Auswüchsen.
Die Strukturen wechseln am laufenden Band, hier kommt ein Solo angeflogen, da ein Taktwechsel, und doch wirkt nichts davon gezwungen.
Die aktuelle Single Moth into Flame zum Beispiel steckt so voller Kraft, voller Wut auf die ganze Industrie und ihre Stars, und das auf einem der kürzesten Songs der Platte (5:50).

Light it up, light it up, another hit erases all the pain.Bulletproof - Tell the truth!
You're falling but you think you're flying high again. Sold your soul,Built the higher wall yesterday, now you're thrown away.The same rise and fall, who cares at all?Seduced by fame, a moth into the flame.

Mit Halo on Fire endet die erste Hälfte des Albums. Ein ruhigeres Lied im Stil von Enter Sandman, zu dem ich nicht viel sagen möchte. 8 Minuten, geniale Arbeit an der Gitarre, riesiges Stimmvolumen.

Besonders auf der zweiten Hälfte der Platte merkt man, wer hinter dem Album steckt.
Nämlich wurde Hardwired... bis auf eine kurze Bassline komplett vom Sänger und vom Drummer geschrieben. Kräftige Drumbeats die sich nicht scheuen mal ein paar abgedrehte Signaturen zu betreten. Ein Lars Ulrich wie man ihn zuletzt auf Master of Puppets erlebt hat. Hetfields Stimme ist auch nach Jahren immer noch unglaublich stabil und legt jetzt erst richtig los!

Here Comes Revenge ist wahrscheinlich einer der lautesten Songs des zehnten Albums. 

Eye for an eye, tooth for a toothA life for a life is my burden of proofRevenge, just for you. Revenge!You ask forgiveness, I'll give you sweet revenge

Mit diesem Titel bekommt man genau das, was man erwartet. Das ballert, das geht straight nach vorn, das ist laut! Das Solo ist genial, der ganze Song eine einzige Steigerung. Geil!
Die ganze Band wirkt hier wie aus einem Guss, alles arbeitet perfekt zusammen. Absolut genial!


Ebenso Am I Savage?
Ein absolut atmosphärischer Titel, der sich mit seinen eingängigen Riffs schleppend durch die Boxen schlägt, während Hetfield mit ganzer Kraft jault... weil er nunmal ein Werwolf ist... der mit seinem Werwolfvater schläft?!
Zugegeben, vielleicht habe ich den Text noch nicht ganz verstanden, aber um Werwölfe geht es in jedem Fall.

Das grandiose an Metallica ist, wie einfach sie einen Song über ein Thema schreiben das schon seit Jahren ausgelutscht ist, und daraus etwas Neues machen, das so sehr stimmt, dass es auf einer Länge von 7 Minuten nicht langweilig wirkt.
So ist Spit Out The Bone mit seiner Philosophie über die Auslöschung der Menschheit vielleicht nicht die Neuerfindung des Rades, kommt aber in seiner Gänze so minimalistisch und frisch daher, dass man sich fast ein wenig an George Orwell erinnert fühlt, und einfach erschöpft und leer aus den 77 Minuten Spielzeit geworfen wird

Long live machine, the future supremeMan overthrown, spit out the bone.

Schluss. Aus. Kein schönes Gerede, dass sich ja doch nochmal etwas ändern könnte, keine Hoffnung. Wow.

Metallica haben hier ein Album geschrieben, was entgegen aller Regeln und Gesetze der Musikindustrie eine Daseinsberechtigung als früher Klassiker hat. Hardwired... To Self-Destruct steckt so voller Energie, dass man sich fragt wo die Gruppe aus Kalifornien diese in den letzten 15 Jahren vergraben hatte.

Natürlich hätte man hier und da etwas besser machen können. Lemmy hin oder her, Murder One wäre ein unglaublich geiler Song, wäre da nicht dieses vollkommen übertriebene Show-off-Solo, was mir irgendwie den Spaß am Ganzen nimmt, und auch ManUNkind will bei mir nicht so recht zünden, egal wie sehr ich den Text mag.

So haben wir hier ein zwar etwas fehlerhaftes, aber doch mehr als gelungenes Album von einer Band, die seit 35 Jahren Musikgeschichte schreibt. Und in einer Zeit in der Alben die Regale füllen, die selten eine halbe Stunde übersteigen, ist es doch mal schön, zweieinhalb Stunden Material für einen blauen Schein zu bekommen.

Oder etwa nicht?

Mittwoch, 11. Januar 2017

Moin!

Ihr habt's auf meinen Blog geschafft!

Hier werd ich ab sofort öfters mal was posten, über irgendeinen Kram auf den ich Lust habe.
Fotos, irgendwas philosophisches, was über Musik, keine Ahnung. 

Einfach eine Plattform auf der ich Lebenszeichen von mir gebe.

Bis dann!